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Barbara Wien und Wilma Lukatsch im Gespräch über „Murmel“ – das Buch von Dieter Roth und eine Theateraufführung von Herbert Fritsch.

Ist „Murmel“ von Dieter Roth (1930 – 1998) ein Theatertext? Das Büchlein aus dem Jahr 1974 rubriziert unter dem Label „konkrete Poesie“, ist nach rein grafischen Gesichtspunkten gestaltet, hat drei Kapitel und besteht aus nur einem Wort: Murmel. Herbert Fritsch hat es szenisch bearbeitet und im März 2012 unter dem Titel „Murmel, Murmel“ an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin zur Aufführung gebracht – auf der Suche nach einem geeignetem Stoff hat er sich laut Medienberichten an die Worte des Galeristen Felix Handschin erinnert, der ihm schon 1982 riet, das oben genannte Buch zu inszenieren. rhizom blog beschließt Barbara Wien zu treffen, deren Anfänge als Buchhändlerin und Galeristin eng mit Dieter Roth verknüpft sind.

rhizom blog: Die ersten Worte im Buch stehen auf der 2. Seite links unten und lauten „murmel, DÜGGELIN!“. Der Theaterregisseur Werner Düggelin war Dieter Roth bekannt und hat diese beiden Worte offensichtlich als Aufforderung verstanden und den Text in den Achtzigerjahren auf die Bühne gebracht – in Form einer Tanz- und Ballettchoreografie. Sie scheint Roth nicht gefallen zu haben. Aber ist der Text wirklich als Grundlage für eine Theaterinszenierung gedacht gewesen? Wo finden wir Regieanweisungen?
Barbara Wien: Es gibt überhaupt gar nichts, was darauf hindeutete, dass er jemals was gesagt hätte, wie man das machen soll. Es gibt nur dieses Buch. Werner Düggelin, ja dem hat er es gewidmet. … Er hat es nicht für ihn geschrieben… Das ist konkrete Poesie, die Seiten sind wie Bilder, ein Anti-Theater. Aber da gibt es eine Aufzählung von Namen (die Schauspieler?) ... die Leute sagen nicht nur Murmel, die heißen auch noch so.

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